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Aktuelles

Besuchen Sie uns auf der REHACARE in Düsseldorf!

Logo der Messe REHACARE REHACARE International, Düsseldorf
Vom 3. bis 6. Oktober 2007 findet in Düsseldorf wieder die Messe REHACARE International statt. Zahlreiche Aussteller zeigen in den Hallen 3-5 des Messegeländes alles rund um Rehabilitation, Pflege, Prävention und Integration.

Wie in den vergangen Jahren ist auch die IGA wieder als Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand der BAG Selbsthilfe vertreten. Besuchen Sie uns in Halle 6, Stand C09/D22! Unser Messeteam freut sich auf Ihren Besuch.

Weitere Informationen zur Messe finden Sie im Internet unter externer Link http://www.rehacare.de/.




Birmingham - der zweite Tag

Von Sascha Recktenwald

Sollte ich den Eindruck erweckt haben, ich wäre Vorurteilsbehaftet – bitte entschuldigt dies. Aber Nebel und Regen haben hier im United Kingdom derzeit das Sagen. Ich liebe es nun einmal, wenn Vorurteile sich bestätigen. Und so sitze ich auch innerlich grinsend nach meiner ersten Hotelnacht im Frühstücksraum. Von dem gestrigen allgemeinen Besäufnis an Ort und Stelle (wieder ein Vorurteil) ist nichts mehr zu sehen. Dafür findet sich mitten im Raum ein Büffet wieder. Es gibt – und dies erklärt meine inner Heiterkeit – englisches Frühstück. Nein, Wildschwein in Pfefferminzsoße bleibt mir (noch) erspart. Dafür gibt es baked beans, ham & eggs sowie Cornflakes. Vitaminfanatiker erfreuen sich über Orangensaft und gekochte Tomaten. Ihrem Whirlpool enthoben sehen sie aus wie Inge Meysel mit Sonnenbrand. Dazu wird mir Toast und Butter (Skandal: nicht gesalzen!) gereicht. Ich verlasse, mit einer einverleibten Monatsration Fett, den Essenssaal und lasse mir an der Rezeption den Weg zur Bushaltestelle erklären.

Portland Hotel, Hagley Road 313, Birmingham
Portland Hotel, Hagley Road 313, Birmingham
Ich gehe raus in den Regen und wandere an sich stauenden Fahrzeugen vorbei entlang der Hagley Road. Es ist wohl gerade Rush Hour. Die Wartezeit an der Bushaltestelle vertreibe ich mir mit Backgammon auf dem Handy. Als nach einer guten halben Stunde sich zwar etliche Autos im Schneckentempo an mir vorbeibewegt haben jedoch kein Bus versuche mir, zunächst erfolglos, eine Droschke anzuhalten. In Filmen klappt so etwas immer – aber in Filmen scheint auch manchmal die britische Sonne.
Glücklicherweise kann ich doch noch ein Taxi stoppen. Der Fahrer verspricht mir die verstopften Hauptstraßen zu meiden und in den kommenden Minuten führt er mich durch begrünte Stadtteile mit der typisch englischen Reihenhausbauweise. Eine gute Stunde nach verlassen meiner Unterkunft stehe ich vor dem Rathaus, dem Council House, einem majestätischen Bau aus dem 19. Jahrhundert.

Birmingham City Council Chambers (Council House)
Birmingham City Council Chambers (Council House)
Ich oute mich als Symposiumsbesucher um an dem Uniformierten Empfangsherren vorbeizukommen. Ich lustwandle über die in den ersten Stock führenden Stufen. Das beeindruckende Treppenhaus gibt mich frei und entlässt mich in einen überwältigenden Saal. Hier werde ich freundlich begrüßt und erhalte meine Tagungsunterlagen. Kevin Whittaker, zweiter Vorsitzender der TAG, führt mich das Auditorium. Trotz meiner Odyssee durch Birmingham bin ich offensichtlich nur wenige Minuten zu spät. Dr. Eva Kimber, Neuropädiaterin aus Schweden, beginnt mit gerade mit ihrem ersten Vortrag. Schnell finde ich – ohne großes Aufsehen zu erregen – einen Sitzplatz.

Vorlesungssaal im Council House
Vorlesungssaal im Council House
In den kommenden Stunden höre ich interessante Vorträge und lerne mit meinem Wörterbuch umzugehen.

Die schwedische Neuropädiaterin Dr. Eva Kimber, vom Uppsala University Childrens Hospital, hält den ersten Vortrag des Tages. Die Amyoplasia als „klassische” Arthrogryposis sowie die zehnfache Unterteilung der distalen Arthrogryposis (distal = fern; anatomische Lagebezeichnung die von der Körpermitte weg gerichtet bedeutet) sind ihre Themen. Dr. W. L. Martin vom Birmingham Women?s Hospital folgt mit seinem Vortrag über pränatale Diagnostik. Hier spielen, wie schon im Beitrag von Dr. Kimber, die Beschaffenheit der Muskeln bei AMC-Patienten eine große Rolle. Es folgen die Präsentationen aus Neonatologischer Sicht (Dr. Imogen Morgan, Consultant Neonatologist des Birmingham Women's Hopital) sowie neuromuskulärer Beurteilung des Krankheitsbildes AMC (Dr. Helen Roper, Kinderärztin, Heart of England NHS Trust). Gegen elf kann ich vorerst aufatmen. „Coffee” steht auf dem Programm. Ich packe meinen neuen besten Freund, das englischsprachige Wörterbuch, in die Tasche und folge meinen Mithören wieder zurück in den Saal in dem man mich ein paar Stunden vorher so herzlich empfangen hat.

Dining room und Informationsstand (rechts)
„Dining room” und Informationsstand (rechts)
Ich nutze die halbstündige Pause um Kontakt zu Dr. Correll aufzunehmen und hänge eine Präsentation der IGA an die Pinnwand neben dem Kaffeetisch. Jetzt hat jeder die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck vom Tätigkeitsfeld unseres Vereins zu machen.

Infostand
Infostand
Session 2” beginnt und thematisiert konservative Behandlungen. Orthesen und Physiotherapie sind zwei der folgenden Themen. Hierzu sprechen Kinderkrankengymnastin Ms. Mia Dunkley (Great Ormond Street Hospital for Children NHS Trust London) sowie Ms. Elaine Figgins (Dozentin an der University of Strathclyde, Glasgow).

Die Klinikpsychologin des Birmingham Childrens Hospital, Dr. Julie Reed, berichtet über mögliche psychische Folgen bei behinderten Kindern. Vor der Mittagspause referiert Ms. Ellen Bird über Arthrogryposis aus Sicht des Patienten. Die 27jährige Engländerin berichtet – dem gespannt lauschenden Publikum – über ihr Leben aus Sicht eines normalen Teenagers und aus Sicht des AMC-Patienten.

Hungrig freue ich mich über die beginnende Mittagspause und stürze mich dezent auf das Büffet.

Der dritte Teil des heutigen Tages handelt über die chirurgischen Erfahrungen bei Arthrogryposis. Ärzte aus aller Welt erzählen über ihre Erfahrungen in der operativen Behandlung von der Wirbelsäule, der Arme, des Kiefers, der Füße sowie Gelenkkontrakturen. Neben Professor Lynn Staheli (USA) referieren der südafrikanische Professor für Orthopädie, Prof. Ulrich Mennen, Mr. David Jones (Kinderorthopäde, Great Ormond Steet Hospital for Children NHS Trust London), Professor Correll, ehemaliger Chefarzt der orthopädischen Kinderklinik, sowie der Birminghamer Neurochirurg D. Jonathon Spilsbury.
Ein weiteres Highlight wird der Vortrag von Dr. Ebube Obi, Augenärztin aus Glasgow. Sie berichtet über die Gefahren der Augenaustrocknung bei Lidfehlstellung und weiterer opthalmologischer Erkrankungen bei AMC

Es ist halb sechs als ich des Council House verlasse. Ich habe nun anderthalb zur freien Verfügung und das große Glück, einen traumhaften Abend erleben zu können. Bei milden Temperaturen und Abendsonne schlendere ich durch die an das Tagungsgebäude angrenzenden Fußgängerzonen. Birmingham ist die zweitgrößte Stadt in England. Im Herzen des Landes gelegen, hat die ehemalig bedeutendste Industriestadt eine Million Einwohner. Überraschend: In dieser Stadt findet man mehr Bäume als in Paris, und die zahlreichen Kanäle sind insgesamt länger als die Venedigs. Das hätte wohl keiner von einer Industriestadt angenommen! Außerdem hat die Stadt mit einer renommierten Universität aufzuwarten, die über ein vielfältiges Kursprogramm, einen wunderschönen Campus und ein gutes Ambiente verfügt.

Birmingham City, nähe New Street und Council House
Birmingham City, nähe New Street und Council House
Kurz vor sieben erreiche ich wieder das Rathaus. Wo wenige Stunden zuvor ein Büfett aufgebaut war oder Kaffee und Tee gereicht wurden, erwartet mich nun eine Überraschung der Besonderen Art. Mehrere festlich geschmückte Tische stehen einladend im Raum. Ich werde mit Rotwein empfangen und lausche einem gekonnten Geigenspiel. Danach wird zu Tisch gebeten. Ich habe das Glück, unter anderem neben Dr. Eva Kimber und dem ersten Vorsitzenden der TAG, Peter Lacey, sowie seiner Gattin zu sitzen. Des Weiteren sitze ich den Vertretern der schwedischen Selbsthilfegruppe gegenüber und unterhalte mich angeregt mit einem Londoner Hausarzt, dessen zwölfjährige Tochter auch Arthrogryposis hat.

Gegen halb elf übermannt mich die Müdigkeit. Ich verlasse den Tagungsort und schlendere in Richtung Bushaltestelle. Das berüchtigte englische Wetter hat auch Feierabend und so genieße ich die angenehmen spätsommerlichen Temperaturen, die in Birmingham herrschen.
Im Hotel hat man meine Reservierung immer noch nicht gefunden und den Hotelmanager habe ich wieder verpasst. Dennoch bekomme ich anstandslos mein altes Zimmer wieder zugewiesen. Die BBC bietet mir heute keine angemessene Unterhaltung und so schlafe ich direkt ein.

Ankunft in Birmingham

Von Sascha Recktenwald aus Birmingham

I will talk and Birmingham will listen - naja, ganz so schön ist das nun auch wieder nicht. Aber hierzu später mehr.

Es ist 19.30 Uhr Ortszeit, ich habe seit meiner Abreise das erste Mal Zeit kräftig durchzuatmen und die vergangenen 2 Tage zu verarbeiten. Es liegt eine spannende sowie informative, aber auch (im positiven Sinne) anstrengende Zeit hinter mir. Keine 48 Stunden ist es nun her, dass ich die Boing 737 von TUIfly verlassen habe. Der Flughafen der zweitgrößten Stadt Großbritanniens, Birmingham international, ist geräumig aber übersichtlich. Nach der Passkontrolle betrete ich die Ankunftshalle. Es liegen knapp eineinhalb Flugstunden und fast fünf Stunden Bahnfahrt hinter mir. Eine Art Hochbahn (ähnlich derer, die am Flughafen Frankfurt/Main zwei Terminals verbindet) bringt mich und meinen Koffer zum Flughafenbahnhof. Orientierungslos irre ich zwischen dem Fahrkartenautomaten, einer Wartehalle sowie einer Gummipflanze und dem Subway's umher. Subway's - und hier bin ich mir von Anfang an sicher - ist keine Untergrundbahn sondern, im wahrsten Sinne des Wortes, ein großer Brötchengeber. Der beträchtliche Flughafenbahnhof ist leer. Einzig und Allein eine asiatische Dame befindet sich in greifbarer Nähe. Leider versteht sie genauso viel Englisch wie ich Japanisch. Todesmutig nehme ich den Kampf mit dem Fahrkartenautomaten auf, da alle Schalter geschlossen haben. Fuer gerade mal 1,5 britische Pfund lässt mich "Central", so der Name der Eisenbahngesellschaft, in die Innenstadt fahren. Ich entscheide mich fuer "New Street" als Ziel, einer der zentralen Bahnhöfe von Birmingham, und ziehe meinen Koffer hinter mir her um zu den Gleisen zu gelangen.

Bei Asterix und Obelix, den berühmten Comic-Galliern, kommt einmal die Frage auf, ob es in England immer so neblig ist. Die Schlagfertige Antwort des Briten: "Nein, wenn es regnet, dann nicht." Und so stehe ich in Birmingham "New Street" vor dem Bahnhofsgebäude. In meiner rechten Hand eine Tüte voller Nahrungsmittel, offiziell wenige Minuten vorher in einem kleinen Tante Emma-Bahnhofsshop "Marks & Spencers" erworben, sowie meinem Handy in der linken. Mittlerweile ist es fast 22 Uhr, es ist nicht neblig (kleine Quizfrage: Was ist es dann?) und ich habe keinen Plan, welcher Bus mich und meinen schwergewichtigen Koffer in die Hagley Road bringt. Spontan entscheide ich mich für ein Taxi. Der Fahrer garantiert mir eine 7 Pfund Reise durch das mittlerweile neblige England (nächste Quizfrage: Wie war das Wetter zuvor?). Gute 10 Minuten später erreichen wir das Portland Hotel. Wir, das sind mein Rucksack, Ottfried Fischer formally known as my Koffer, Brot und Wasser aus dem Supermarkt, meinereiner sowie ein quietschpinkes Taxi! Ich wuchte mein Gepäck aus dem pink cab und bezahle den Fahrer. Obwohl er mein heimlich mitgeführtes Navigationssystem nicht entdeckt hatte, hielt er sich fast einwandfrei an die empfohlene Strecke. Nebenbei lerne ich noch nach Hand und Fuss Konversation, dass Seed nicht nur eine Berliner Band ist, sondern eine Quittung. Um eine Erfahrung reicher, bringe ich meine sieben Sachen durch den Regen zur Rezeption. Dass meine Reservierung nicht im Computer ist, schockt mich nicht wirklich. Immerhin kann ich der sympatischen Dame beweisen, dass das Zimmer schon bezahlt ist und so drückt sie mir einen Schluessel in die Hand anstatt mich wieder in den Nebel (oder war es doch wieder Regen?!) zu entlassen.

Ich folge noch ein paar Minuten "Panic room", mampfe meinen English toast with fish - and no chips, thanks god - und stelle erleichtert fest, dass Jodie Foster im Originalton weniger nuschelt als Will Smith. Beruhigt schlafe ich ein.

Mobil mit Behinderung - Vereinsmitgliedschaft der IGA

Logo des MMB – Mobil mit Behinderung
Die Interessengemeinschaft Arthrogryposis e.V. hat eine Vereinsmitgliedschaft im Verein MMB – Mobil mit Behinderung abgeschlossen. Damit kommen den Mitgliedern der IGA nun ohne Mehrkosten nun auch alle Vorteile einer Mitgliedschaft im MMB zu Gute.

Der MMB – Mobil mit Behinderung e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, behinderten Menschen durch gezielte Hilfen die Mobilität zu erhalten oder zu ermöglichen. Denn in der heutigen Zeit ist Mobilität zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Lebensqualität, soziale Kontakte und Selbstständigkeit sind durch ein eigenes Auto möglich. Gerade für Menschen mit Behinderung sind genau diese Dinge besonders hohe Güter.

Der MMB bietet unter anderem: Weitere Informationen zum MMB finden sich unter externer Link http://www.mobil-mit-behinderung.de/.

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