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Aktuelles

Veranstaltung für Patienten und Angehörige in Aschau

Portrait
Geschäftsführer Elmar Kuhn mit Manuela und Heribert Wettels am Infostand (Foto: H. Rehberg) [vergrößern]

Das Behandlungzentrum Aschau hat gemeinsam mit der IGA am 7. Februar 2009 einen Workshop für Patienten und Angehörige zur Arthrogryposis multiplex congenita veranstaltet. Mehr als 50 Erwachsene und über 20 Kinder sind der Einladung gefolgt, um gemeinsam das komplexe Bild der AMC von verschiedenen Seiten zu beleuchten.

Als Geschäftsführer Elmar Kuhn die Gäste begrüßte, musste er gleich mit einer schlechten Nachricht beginnen: Chefarzt Dr. Leonhard Döderlein war erkrankt und konnte daher leider nicht teilnehmen. Das brachte zwar den urprünglich geplanten Tagesablauf etwas durcheinander, konnte aber vom Team des Behandlungszentrums Aschau schnell organisiert werden, so dass der Veranstaltungstag lückenlos über die Bühne gebracht wurde.

Die IGA war mit einem Infostand präsent und konnte im Eröffnungsvortrag den anwesenden Eltern, Jugendlichen und Kindern die Aktivitäten des Vereins vorstellen. Ausführlich wurde auch das Programm der 11. IGA-Familentagung vorgestellt. Viele der Gäste zeigten großes Interesse an dieser Veranstaltung, die vom 21.-24. Mai 2009 am Möhnesee stattfinden wird.


Petra Gociak mit ihrem Mann Jarek, Tochter Nancy und Manuela Wettels an der Popcorn-Maschine [vergrößern]

Darüber hinaus sorgte die IGA mit einer Popcorn-Maschine für etwas Kinoatmosphäre und wohligen Gerüchen in den Gängen. Der Erlös des Popcornverkaufs kommt der Vereinskasse zu Gute.

Für die IGA vor Ort waren Petra Gosciak sowie Manuela und Heribert Wettels. Darüber hinaus waren auch Conny Umber, die Ehrenvorsitzende der IGA, sowie zahlreiche weitere Mitglieder unter den Gästen.

Abwechslungsreiche Fachvorträge

Günther Mayer, Psychologe des Behandlungszentrums Aschau, thematisierte in seinem Vortrag „Normal bin ich anders” die Auseinandersetzung mit dem Anderssein bei einer körperlichen Behinderung.

Im folgenden Vortrag führte Dipl.-Sportwissenschaftler Felix Stief in die Möglichkeiten der instrumentellen Ganganalyse auf. Anhand von zwei konkreten Fallbeispiel erläuterte er, wie Informationen aus der Ganganalyse helfen können, Entscheidungen für die Therapieplanung zu treffen.

Christine Stadler, leitende Physiotherapeutin in Aschau, erläuterte in ihrem Beitrag die funktionelle Vorgehensweise der Pysiotherpaie bei der AMC.

Nach der Mittagspause sprang Frau Dr. Monique Baise spontan für den erkrankten Dr. Leonhard Döderlein ein. Anstatt des geplanten Grundlagen-Vortrags zur orthopädisch-operativen Behandlung bei AMC widmete sie sich speziell der Versorgung des Knies, da sie hier auf einen vorhandenen Vortrag zurückgreifen konnte.
Sie verdeutlichte wie wichtig eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Orthopädietechniker ist, um den korrekte Einsatz einer Orthese zu gewährleisten. Besonders betont wurde dabei die Notwendigkeit der Röntgenkontrolle der Orthesen, um sicherzustellen, dass die Drehpunkte der Orthesen auch mit der Anatomie des Gelenks übereinstimmen. Gerade bei der AMC sei der Blick von außen und Ertasten oft nicht ausreichend, um das Gelenk korrekt zu beurteilen.

Damit spannte sie unmittelbar einen Bogen zum Vortrag von Orthopädietechnikermeister Kurt Pohlig, der Weiterentwicklungen bei dynamischen Orthesen vorstellte. Diese ermöglichen insbesondere durch Gasdruckfedern einen noch gezielteren Einsatz und geben dem behandelnden Arzt noch mehr Möglichkeiten für die Therapie.

Schließlich gab Dagmar von Aschen, Leiterin der Ergotherapie in Aschau, unter der Überschrift „Hilf mir, es selbst zu tun” einen praktischen Überblick über die verschiedenen Unterstützungen und Hilfsmitteln, die den Kindern mit AMC helfen sollen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein weitgehende Selbständigkeit zu erreichen.

Attraktion nicht nur für die Kinder: die Kletterwand

Trotz der zahlreichen Vorträge gab es in den Pausen und während der Mahlzeiten noch reichlich Gelegenheit für den persönlichen Austausch. Am Infostand konnten die Vertreter der IGA zahlreiche Gespräche zu individuellen Fragestellungen führen. Das mitgebrachte Infomaterial wurde fast vollständig mitgenommen. Auch die Stände einiger weiterer Aussteller aus dem Bereich der Hilfsmittel wurden rege in Anspruch genommen.


Dzulien Gosciak an der Kletterwand [vergrößern]

Für die Kinder war der Schlawinertreff geöffnet, so dass diese spielen konnten, während die Eltern ungestört den Vorträgen folgen konnten. Eine besondere Attraktion war die Kletterwand, an der permanent Kinder und Erwachsene gleichermaßen in Aktion waren. Besonders für die Kinder ist das Klettern mit Unterstützung und selbstverständlich gut gesichert eine gefahrlose Chance neue Erfahrungen zu machen und sich an den eigenen Erfolgen zu erfreuen.

Eine erfolgreiche Veranstaltung

Das Behandlungszentrum Aschau zeigte sich zufrieden über den großen Zuspruch, den die Veranstaltung gefunden hat. Geschäftsführer Elmar Kuhn dankte insbesondere auch Wencke Ackermann, die sich um viel Engagement um die Organisation des Tages gekümmert hat.

Auch aus der Sicht der IGA war die Veranstaltung ein Erfolg, weil sowohl der Kontakt zu den Eltern und Kindern als auch zur Klinik intensiviert werden konnte. Ziel der IGA muss es aber weiterhin auch sein, neben der Spezialisierung der Kompetenzzentren auch ein breites Basiswissen über die Diagnose und Therapie der AMC in die Fläche zu fördern, damit Eltern gleich von Beginn an auch möglichst nahe ihres Wohnorts eine fachgerechte Erstversorgung erhalten, auf die Spezialkliniken bei Bedarf sinnvoll aufbauen können.