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Ankunft in Birmingham
Von Sascha Recktenwald aus BirminghamI will talk and Birmingham will listen - naja, ganz so schön ist das nun auch wieder nicht. Aber hierzu später mehr.
Es ist 19.30 Uhr Ortszeit, ich habe seit meiner Abreise das erste Mal Zeit kräftig durchzuatmen und die vergangenen 2 Tage zu verarbeiten. Es liegt eine spannende sowie informative, aber auch (im positiven Sinne) anstrengende Zeit hinter mir. Keine 48 Stunden ist es nun her, dass ich die Boing 737 von TUIfly verlassen habe. Der Flughafen der zweitgrößten Stadt Großbritanniens, Birmingham international, ist geräumig aber übersichtlich. Nach der Passkontrolle betrete ich die Ankunftshalle. Es liegen knapp eineinhalb Flugstunden und fast fünf Stunden Bahnfahrt hinter mir. Eine Art Hochbahn (ähnlich derer, die am Flughafen Frankfurt/Main zwei Terminals verbindet) bringt mich und meinen Koffer zum Flughafenbahnhof. Orientierungslos irre ich zwischen dem Fahrkartenautomaten, einer Wartehalle sowie einer Gummipflanze und dem Subway's umher. Subway's - und hier bin ich mir von Anfang an sicher - ist keine Untergrundbahn sondern, im wahrsten Sinne des Wortes, ein großer Brötchengeber. Der beträchtliche Flughafenbahnhof ist leer. Einzig und Allein eine asiatische Dame befindet sich in greifbarer Nähe. Leider versteht sie genauso viel Englisch wie ich Japanisch. Todesmutig nehme ich den Kampf mit dem Fahrkartenautomaten auf, da alle Schalter geschlossen haben. Fuer gerade mal 1,5 britische Pfund lässt mich "Central", so der Name der Eisenbahngesellschaft, in die Innenstadt fahren. Ich entscheide mich fuer "New Street" als Ziel, einer der zentralen Bahnhöfe von Birmingham, und ziehe meinen Koffer hinter mir her um zu den Gleisen zu gelangen.
Bei Asterix und Obelix, den berühmten Comic-Galliern, kommt einmal die Frage auf, ob es in England immer so neblig ist. Die Schlagfertige Antwort des Briten: "Nein, wenn es regnet, dann nicht." Und so stehe ich in Birmingham "New Street" vor dem Bahnhofsgebäude. In meiner rechten Hand eine Tüte voller Nahrungsmittel, offiziell wenige Minuten vorher in einem kleinen Tante Emma-Bahnhofsshop "Marks & Spencers" erworben, sowie meinem Handy in der linken. Mittlerweile ist es fast 22 Uhr, es ist nicht neblig (kleine Quizfrage: Was ist es dann?) und ich habe keinen Plan, welcher Bus mich und meinen schwergewichtigen Koffer in die Hagley Road bringt. Spontan entscheide ich mich für ein Taxi. Der Fahrer garantiert mir eine 7 Pfund Reise durch das mittlerweile neblige England (nächste Quizfrage: Wie war das Wetter zuvor?). Gute 10 Minuten später erreichen wir das Portland Hotel. Wir, das sind mein Rucksack, Ottfried Fischer formally known as my Koffer, Brot und Wasser aus dem Supermarkt, meinereiner sowie ein quietschpinkes Taxi! Ich wuchte mein Gepäck aus dem pink cab und bezahle den Fahrer. Obwohl er mein heimlich mitgeführtes Navigationssystem nicht entdeckt hatte, hielt er sich fast einwandfrei an die empfohlene Strecke. Nebenbei lerne ich noch nach Hand und Fuss Konversation, dass Seed nicht nur eine Berliner Band ist, sondern eine Quittung. Um eine Erfahrung reicher, bringe ich meine sieben Sachen durch den Regen zur Rezeption. Dass meine Reservierung nicht im Computer ist, schockt mich nicht wirklich. Immerhin kann ich der sympatischen Dame beweisen, dass das Zimmer schon bezahlt ist und so drückt sie mir einen Schluessel in die Hand anstatt mich wieder in den Nebel (oder war es doch wieder Regen?!) zu entlassen.
Ich folge noch ein paar Minuten "Panic room", mampfe meinen English toast with fish - and no chips, thanks god - und stelle erleichtert fest, dass Jodie Foster im Originalton weniger nuschelt als Will Smith. Beruhigt schlafe ich ein.